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DGSP Pressemitteilung: Plötzlicher Herztod

Die deutschen Sportmediziner informieren

Plötzlicher Herztod - Forschungsprojekt zur Optimierung der Vorsorgeuntersuchungen bei Sportlerinnen und Sportlern

Im Zusammenhang mit dem plötzlichen Herztod werden in den Medien oft Formulierungen wie „junger, gesunder Spitzensportler“ und „schicksalhaftes, unerwartetes Ereignis“ genannt, was in der Öffentlichkeit zu großer Aufmerksamkeit als auch zur Verunsicherung führt. Plötzlichen Herztodesfällen bei leistungsfähigen, beschwerdefreien und somit anscheinend gesunden Sportlern und Sportlerinnen liegen jedoch häufig erkennbare Ursachen zugrunde. In den meisten Fällen könnten diese im Rahmen der regelmäßigen sportmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen diagnostiziert werden. Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) hat zu dieser Problematik ein Projekt unter dem Titel „EKG-Veränderungen im Sport“ initiiert. Dieses zielt darauf ab, optimale Untersuchungsabläufe für Vorsorgeuntersuchungen von Leistungssportlern und -sportlerinnen zu entwickeln.

Eine große Herausforderung der sportmedizinischen Begutachtung liegt in diesem Zusammenhang in der Identifizierung von Herzerkrankungen, die eventuell mit einem erhöhten Risiko für einen plötzlichen Herztod einhergehen. Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft ist sich der Bedeutung dieses Themas bewusst und möchte seinen Beitrag zur Verbesserung der sportmedizinischen Untersuchung und Betreuung leisten.

Ziel der vorliegenden Studie unter Leitung von PD Dr. Bernd Wolfarth aus München ist es, den Zusammenhang zwischen Anpassungseffekten des Herzens, Sportart und Training, Geschlecht und krankhaften Ursachen näher einzugrenzen, um eine möglichst sichere Unterscheidung zwischen Normvarianten und krankhaften Veränderungen zu ermöglichen. Des Weiteren soll der Stellenwert des Ruhe-EKGs in der sportmedizinischen Vorsorgeuntersuchung und im diagnostischen Algorithmus der Differentialdiagnose kardialer Erkrankungen überprüft werden – dies unter besonderer Berücksichtigung der Sinnhaftigkeit zusätzlicher apparativer Abklärung (zum Beispiel Langzeit-EKG, Kardio-MRT). Nach Aufarbeitung der Daten leisten diese Ergebnisse einen wertvollen Beitrag zur Erstellung zukünftiger Handlungsempfehlungen beim Auftreten von EKG-Veränderungen bei Sportlern und Sportlerinnen, welche direkt in die Praxis der Vorsorgeuntersuchungen im Leistungssport und Freizeitsport übertragen werden können.

An der Untersuchung sind derzeit deutschlandweit acht sportmedizinische Untersuchungszentren beteiligt. Alle sind lizensierte sportmedizinische Untersuchungszentren des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und führen über die Hälfte aller sportmedizinischen Jahresgrunduntersuchungen an A-/B-/C-Kader-Athleten durch. Durch dieses multizentrische Netzwerk führender sport­medizinischer Zentren können nahezu deutschlandweit Ruhe-EKGs von Athleten und Athletinnen im Hinblick auf Veränderungen untersucht werden. Bei allen eingeschlossenen Athleten und Athletinnen erfolgt über die Standarduntersuchung hinaus eine erweiterte kardiale Abklärung mittels Kardio-MRT und Langzeit-EKG.

Pressemitteilung als PDF-Datei, 27.11.2013, pdf (19 KB)

Kontakt

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Forckenbeckstraße 21
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